You don´t need to focus

Im Jahre 2011 gab es mal wieder so einen Moment an dem ich dachte, die Zukunft sei endlich Gegenwart geworden. In einem TedTalk wurde eine Lichtfeldkamera der amerikanischen Firma Lytro vorgestellt.

Das Versprechen: Motiv auswählen, Auslöser drücken, fertig! Denn anders als bei den bis dahin gebräuchlichen Kameras registriert die Lytro nicht nur die Position des auftreffenden Lichtstrahls auf dem 2-dimensionalen Sensor, sondern erfasst auch die Richtung des Strahls. Damit lässt sich dann mit Rechenpower und etwas Magie (Software) ein Bild erstellen, bei dem man nachträglich die Fokusebene beliebig festlegen kann.

Klingt cool, klappt auch. Hat aber den Nachteil, dass die „Auflösung“ der Kamera umgerechnet auf die klassischen Pixel nur ca. 540 x 540 Pixel entspricht und somit für ernsthafte Fotografie nicht geeignet ist. Und als das Spielzeug, das diese Kamera meiner Meinung nach heute noch ist, war mir der Preis von rund € 300,- doch zu hoch.  War also nix mit Zukunft und ich habe das Thema „Lichtfeldkamera“ wieder vergessen.

Heute bin ich durch diesen Artikel bei golem.de aber wieder daran erinnert worden. Und was steht da? Ein paar schlaue Menschen fanden die Idee der nachträglichen Fokusverschiebung auch interessant und haben eine low-cost Lösung gehackt, die komplett mit vorhandener Technik funktioniert. An Stelle der aufwändigen Sensorik wird einfach mit einer „normalen“ Kamera ein Film aufgenommen und während dessen lässt man den Fokus einmal komplett über Szene laufen. Diese Filmsequenz wird dann analysiert und ein Bild erstellt, bei dem man interaktiv die Fokusebene ändern kann.

Das hab ich dann gleich mal ausprobiert und hier seht Ihr das erste Ergebnis:


This is a DOF-Changeable Image.
Click anywhere to adjust the focus.


Ich bin schon sehr gespannt darauf das mal bei gutem Licht mit noch stärker gestaffelten Motiven auszuprobieren.

Danke an The Chaos Collectiv für diesen wunderschönen Hack, der mir ein Stück der Zukunft schon heute zeigt.